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Die Entwicklung – Plan B (2)
Die Abstimmung des E-Ink Grafiktreibers auf die Funktionalität von Sonatis kann auf die alleinige Frage reduziert werden, ob wir einen Bildschirmwechsel unter einer Sekunde (meine Vorgabe waren 750 ms) schaffen. Das wäre im Projektverlauf auch der “schowstopper” wenn wir das nicht hinbekommen. Es nützt eben nichts, wenn wir im letzten Takt eines Notenblatts auf die Anzeige der nächsten Seite warten müssen. Wie Sie sicherlich schon vermuten, gibt es diese Spezialisten, die das Verständnis für die Steuerung eines E-Ink Displays haben eben nicht mal eben so am Aushang einer Uni. Aber man muss auch mal etwas Glück haben und so ist es im Verlauf des Jahres 2019 gelungen, eine solchen Spezialisten für unser Projekt an Land zu ziehen.
Um den Bildwechsel innerhalb der vorgegebenen Zeit bewerkstelligen zu können, half die Entscheidung, dass wir auf jegliche Funkverbindung verzichten und stattdessen die geplanten Fuss-Schalter mittels Kabelverbindung anbinden.
Parallel haben wir 2019 / 2020 die Designstudien für die Gehäusekonstruktion fertiggestellt. Aber uns war schon beim Anschauen der Zeichnungen klar, dass das endgültige Design doch etwas anders aussehen würde.
Nach dem Motto Form follows function (dt.: Die Form folgt der Funktion) haben wir uns nicht vom geschmeidigen Design verführen lassen sondern die Funktion von Sonatis in der Vordergrund gestellt um unseren Nutzern und Nutzerinnen von Sonatis alle geplanten Features bieten zu können.
Das erste Ergebnis war vielversprechend.
Die Entwicklung – Plan B (1)
Also selber machen. Ok. Was brauchen wir?
Den Grafiktreiber für ein 13,3 Zoll Eink – Display gibt es höchst wahrscheinlich nicht einfach so im Internet zum Download. Also steht 2017 ganz im Zeichen der Suche nach
jemand, der eine plattformunabhängige Lösung anbieten kann. Und dann wäre noch die Anforderung, dass PDF-Dateien geladen werden müssen und Seiten geblättert werden sollen und AA-Batterien und Beleuchtung und Firmware und Filetransfere und Schnittstellen und ……
Wir sind im März 2018 angekommen und können inzwischen PDF´s über ein Arduino auf dem Display anzeigen.
Noch werden die Grafiken irgendwo auf dem Display angezeigt und bei der Umwandlung einer A4 – PDF müssen wir noch etwas abschneiden und verkleinern, aber prinzipiell funktioniert es.
Euphorisch über das Ergebnis suche ich einen Konstrukteur für das Gehäuse. Freelancer sind gesucht und ziemlich beschäftigt. Da kann es schon mal dauern bis man jemanden findet, der/die Zeit hat und einen moderaten Stundensatz hat.
Ich kann den geneigten Leser meiner Story beruhigen. Natürlich geht es nicht in diesem Tempo weiter, und schon gar nicht in Deutschland. Das mit dem PDF auf dem Bildschirm war natürlich eine Entwicklerplattform eines Markbegleiters, der nicht im geringsten ein Interesse hat, seine Firmware auf meine Bedürfnisse zu adaptieren. Er möchte ja sein Produkt verkaufen und nicht meine Idee zum Laufen bringen.
Also weiter suchen.
Und ich werde fündig. Es ist jetzt Mitte 2019 und die Zeichen stehen auf Zusammenarbeit und Kooperation. Die Entwicklerplattform eines Distributors für ein E-Ink Display sieht vielversprechend aus und man kommt ins Gespräch. Schaltpläne werden ausgetauscht. Stromsparende Prozessoren ausgewählt und ein Lastenheft geschrieben. Es geht voran.
Die Entwicklung – Plan A (2)
Ich komme auf Drehzahl und Betriebstemperatur.
01.07.2016: Als Arbeitnehmer ist man an das Arbeitnehmererfindergesetz (ArbnErfG) gebunden. Also Erfindermeldung schreiben und auf Rückmeldung warten.
11.07.2016 Bestellung Developmentkit von Visionect. Mal schauen was das Produkt kann.
14.10.2016 Keine Übernahme der Erfindung durch Arbeitgeber, die Erfindung ist für mich freigegeben.
29.09.2016 Visonect ist über WLAN lauffähig. Erste *.bmp Datei wird angezeigt.
31.10.16 Suche nach 13.3 Zoll Eink Displays.
21.11.2016 Epson liefert Software und Hardware an Eink. Bietet aber Support für die notwendigen Kontroller erst ab eine Jahresvolumen von 10K Stück an. Na toll!
28.11.2016. Bekommen Tip, dass Schweizer Firma im Signage-Bereich mit elektronischen Türschildern mit Eink Technologie projektiert. Daraus wird nichts. Flop
20.12.2016 Die Marktbegleiter Onyx International bieten R&D für US$40.000 an. Netronix liefert 13.3 Zoll Tablet aber ohne HW/SW Anpassung.
So kommen wir nicht weiter.
Die Entwicklung – Plan A (1)
Ich hatte irgendwann das Bedürfnis meine Musiknoten zu digitalisieren. Also nicht nur darüber nachzudenken, sondern es wirklich zu tun. Also alles was an Noten da war erst einmal einscannen. Danach bastelte ich mit einem 24 Zoll Bildschirm, einem Tower-PC und einem PageFlip Cicada Bluetooth Pedal eine erste Lösung rund um mein Digital-Piano. Prinzipiell hat es funktioniert aber da war definitiv noch Luft nach oben. Zu klobig, zu viele Kabel, nicht transportabel. Also das Ganze nochmal aber diesmal mit Notebook hochkant auf einem Notenständer vor dem Digitalpiano. Hat auch funktioniert aber so richtig warm bin ich mit dieser Lösung auch nicht geworden. Es war dann ziemlich schnell klar, dass eine Lösung darin bestand sich zunächst auf das Wesentliche zu beschränken und alles weg zu lassen was nicht unmittelbar mit dem Prozess des Notenlesen zu tun hatte.
– weg mit dem Farbbildschirm (Papier ist weiß, Noten sind schwarz)
– weg mit dem Rest (Senden, Empfangen, WiFi, Netzwerken, Browsen, Googeln, Emailen, Youtuben usw.)
und es ist Stille.
Es kann losgehen. Nach dem Motto “einfach mal machen” beginne ich das Entwicklungsprojekt Sonatis.
Aber jetzt ganz von vorne (Teil 5)
Wie bereits erwähnt, ist Einfachheit eines unserer Hauptziele. Sehr geehrter Kunde, sehr geehrte Kundin, Sie haben Recht, wenn Sie sich fragen, wo all die Funktionen geblieben sind, an die Sie sich bereits so gewöhnt haben.
Sonatis ist ein neues elektronisches Musiklesegerät, das Zuverlässigkeit, einen geringen Stromverbrauch und eine lange Lebensdauer bietet. Es bietet Ihnen keine Annehmlichkeiten, die Sie wahrscheinlich bereits aus Ihrem Portfolio anderer Geräte kennen. Wir haben uns also nicht darum gekümmert, ein Betriebssystem, WiFi, Bluetooth, Apps, Browser und vor allem soziale Medien zu implementieren. Im Übrigen haben wir kein Software-Team zur Verfügung das jedes Mal, wenn Android, Windows oder IOS ein Update ankündigt, prüft, ob unsere Software noch funktioniert. Vielmehr herrscht im Gerät die sogenannte Funkstille. Wir wollen ja Musik machen und nicht auch noch Emails beantworten, oder?
Sonatis ist wie ein elektronischer Aktenordner für Musiker und Musikerinnen. Es soll das Notenheft, endlose zusammengeklebte Notenblätter oder die Textkladde ersetzen. Und das soll es so gut tun, dass das Gerät im täglichen Gebrauch so unscheinbar wirkt, als wenn sie anstatt Noten schon immer ein Sonatis auf Ihrem Notenpult eines Klaviers abgestellt haben.
Wir sind uns bewusst, dass Musiker und Musikerinnen, welche traditionell Papiernoten verwenden, auf das Ausdrucken von Papier angewiesen sind, um Notizen zu machen oder Passagen zu markieren und zu redigieren. Es ist der entscheidende Prozess und unerlässlich für die Kreativität. Also machen Sie bitte weiter so. Aber was hält Sie davon ab, eine Partitur zu bearbeiten und wenn Sie fertig sind, das Ergebnis zu scannen, umzuwandeln und in Sonatis zu laden um es in digitaler Form verfügbar zu haben?